Missverständnisse und häufig anzutreffende falsche Erwartungshaltungen

Unsere Aufgabe ist nicht der Schutz der Umgebung der betroffenen Menschen vor diesen (etwa vor deren oft als lästig oder bedrohlich empfundenen Verhaltensweisen).
Sachwalterschaft ist kein „Rundum-sorglos-Paket“. Als Sachwalter ist man nicht für alles zuständig; vielmehr sollen die betroffenen Menschen weiterhin so viel wie möglich selbst erledigen, soweit sie dazu imstande sind. Wir sind kein Aufsichtsorgan, das bis in kleinste Details in das Leben der betroffenen Menschen eingreift und ihnen vorschreiben dürfte, wie sie zu leben haben.

Der Kontakt zu den betroffenen Menschen richtet sich nach den jeweiligen individuellen Bedürfnissen. Es kann notwendig sein, täglich Kontakt zu haben oder auch nur in großen zeitlichen Abständen. Oft lehnen betroffene Menschen zu engen (oder auch überhaupt jeden) Kontakt ab, was wir zu respektieren haben. Viele betroffene Menschen (vor allem der jüngeren Generation) sind elektronisch gut ausgestattet, sodass (manchmal intensiver) Kontakt per Mail besteht (und genügt).

Entscheidungen der betroffenen Menschen, die ihren persönlichen Lebensbereich betreffen, sind absolut zu respektieren. Die weitherum zu beobachtende Meinung, der Sachwalter müsse dies oder jenes „durchsetzen“ oder „verbieten“, ist abzulehnen (meist geht es bei dieser Forderung in Wahrheit um die Interessen jener, die das fordern). Daher gibt es etwa keinen Zwang zu medizinischer Behandlung, keine zwangsweise Säuberung der Wohnung uvam. Wir werden mit unserer Bestellung nicht zum Angehörigen oder besten Freund der betroffenen Menschen. Wir sind Helfer, die das Handeln und die Wünsche der uns Anvertrauten mit kritischer Distanz verfolgen.

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