Wem darf der Sachwalter Auskunft geben?

Der Erwachsenenvertreter ist allen Personen gegenüber zur Verschwiegenheit verpflichtet; und zwar über alle ihm in Ausübung seiner Funktion anvertrauten oder bekanntgewordenen Tatsachen.

Oft beschweren sich Angehörige, dass sie vom Erwachsenenvertreter nicht über alles Auskunft bekommen. Das ist aber durchaus sachgerecht: Oft sind nämlich die betroffenen Personen mit den Angehörigen im Streit. Oft streiten die Angehörigen untereinander. Der Erwachsenenvertreter ist ja gar nicht in der Lage, zu beurteilen, ob es sich um „gute oder schlechte“ Angehörige handelt.

Ausnahme: Folgenden Personen muß der Erwachsenenvertreter über bestimmte Dinge Auskunft geben: Ehegatten, eingetragenen Partner oder Lebensgefährten, Eltern und Kindern. Worüber? Über Ihr geistiges und körperliches Befinden, Ihren Wohnort sowie über seinen Wirkungsbereich. Das gilt aber nicht, wenn Sie etwas anderes verfügen oder zu erkennen geben, daß Sie das nicht wollen, oder wenn die Auskunft Ihrem Wohl widerspricht.

Wenn Sie dem Erwachsenenvertreter die Erlaubnis erteilen, dass er Außenstehenden, also etwa Ihren Angehörigen, Auskunft erteilt, so wird in den meisten Fällen also nichts dagegensprechen. Die letzte Entscheidung liegt aber beim Erwachsenenvertreter: Er muss in eigener Verantwortung beurteilen, ob Ihnen aus dieser Auskunftserteilung nicht ein Nachteil erwachsen kann. Dafür haftet er ja auch.

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