Wie werde ich meinen Sachwalter los? Zunächst wollen wir uns damit befassen, wie Sie die Erwachsenenvertretung an sich (und damit natürlich auch Ihren Erwachsenenvertreter) loswerden können.

Der Erwachsenenvertreter soll Sie nur so lange und so weit wie notwendig begleiten. Wenn Sie Ihre Angelegenheiten wieder selbst erledigen können, haben sowohl Sie als auch Ihr Erwachsenenvertreter die Möglichkeit (der Erwachsenenvertreter auch die Verpflichtung), bei Gericht die Aufhebung oder Einschränkung der Erwachsenenvertretung zu beantragen. Auch hat das Gericht von sich aus in regelmäßigen Abständen zu prüfen, ob und in welchem Ausmaß die Erwachsenenvertretung noch notwendig ist. Nach drei Jahren endet diese automatisch, sofern nicht das Gericht zur Auffassung gelangt, dass sie weiterhin notwendig ist.

Oft ist ein neuerliches psychiatrisches Sachverständigengutachten notwendig, auf dessen Basis das Gericht über die Fortführung, Aufhebung oder Einschränkung der Erwachsenenvertretung entscheidet.

In der Praxis hat es sich bewährt, die Aufhebung der Erwachsenenvertretung gemeinsam mit dem Erwachsenenvertreter vorzubereiten. Bevor der Antrag bei Gericht gestellt wird, sollte man probieren, ob es auch ohne Erwachsenenvertreter geht. Zunächst kann zum Beispiel das Versorgungsgeld zur Gänze monatlich ausgezahlt und daher selbst eingeteilt werden. In der Folge können auch die Fixkosten von einem eigenen Konto überwiesen werden. Wenn alles klappt, sieht man, dass die Erwachsenenvertretung nicht mehr notwendig ist.

Es kann aber auch sein, dass Sie grundsätzlich einen Erwachsenenvertreter brauchen oder sogar selbst wollen, jedoch mit Ihrem derzeitigen Erwachsenenvertreter nicht mehr zusammenarbeiten können. Dann können Sie einen Wechsel des Erwachsenenvertreters beantragen. Im Idealfall haben Sie bereits einen geeigneten neuen Erwachsenenvertreter. Bei der Auswahl ist das Gericht an dieselben Kriterien wie bei der ersten Erwachsenenvertreterbestellung gebunden. Das Gericht hat Ihre konkreten Lebensumstände zu berücksichtigen und trifft Entscheidungen individuell. Informationsgespräche mit allen Beteiligten sind daher hilfreich.

Professionelle Erwachsenenvertreter stehen auch in Krisen für Auseinandersetzungen zur Verfügung und arbeiten gerne an bestehenden Beziehungen. Es lohnt, Wünsche, Anliegen und Beschwerden zu äußern. Oft entsteht ein neues, fruchtbareres Miteinander.

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