Wie werde ich meinen Sachwalter los? Zunächst wollen wir uns damit befassen, wie Sie die Sachwalterschaft an sich (und damit natürlich auch Ihren Sachwalter) loswerden können.

Der Sachwalter soll Sie nur so lange und so weit wie notwendig begleiten. Wenn Sie Ihre Angelegenheiten wieder selbst erledigen können, haben sowohl Sie als auch Ihr Sachwalter die Möglichkeit, bei Gericht die Aufhebung oder Einschränkung der Sachwalterschaft zu beantragen. Auch hat das Gericht von sich aus in regelmäßigen Abständen zu prüfen, ob und in welchem Ausmaß die Sachwalterschaft noch notwendig ist. 

Oft ist ein neuerliches psychiatrisches Sachverständigengutachten notwendig, auf dessen Basis das Gericht über die Fortführung, Aufhebung oder Einschränkung der Sachwalterschaft entscheidet. 

In der Praxis hat es sich bewährt, die Aufhebung der Sachwalterschaft gemeinsam mit dem Sachwalter vorzubereiten. Bevor der Antrag bei Gericht gestellt wird, sollte man probieren, ob es auch ohne Sachwalter geht. Zunächst kann zum Beispiel das Versorgungsgeld zur Gänze monatlich ausgezahlt und daher selbst eingeteilt werden. In der Folge können auch die Fixkosten von einem eigenen Konto überwiesen werden. Wenn alles klappt, sieht man, dass die Sachwalterschaft nicht mehr notwendig ist.  

Es kann aber auch sein, dass Sie grundsätzlich einen Sachwalter brauchen oder sogar selbst wollen, jedoch mit Ihrem derzeitigen Sachwalter nicht mehr zusammenarbeiten können. Dann können Sie einen Wechsel des Sachwalters beantragen. Im Idealfall haben Sie bereits einen geeigneten neuen Sachwalter. Bei der Auswahl ist das Gericht an dieselben Kriterien wie bei der ersten Sachwalterbestellung gebunden. Das Gericht hat Ihre konkreten Lebensumstände zu berücksichtigen und trifft Entscheidungen individuell. Informationsgespräche mit allen Beteiligten sind daher hilfreich.    

Professionelle Sachwalter stehen auch in Krisen für Auseinandersetzungen zur Verfügung und arbeiten gerne an bestehenden Beziehungen. Es lohnt, Wünsche, Anliegen und Beschwerden zu äußern. Oft entsteht ein neues, fruchtbareres Miteinander.

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