9Der Erwachsenenvertreter bekommt für seine Tätigkeit keine staatliche Unterstützung (Ausnahme: die Erwachsenenvertreter-Vereine). 

Er hat Anspruch auf Entschädigung für seine allgemeine Tätigkeit und Anrecht auf ein Entgelt, wenn er – etwa als Anwalt – seine spezifischen beruflichen Kenntnisse einsetzt (zB in einem Prozess für Sie).

Die Entschädigung bemisst sich nach dem Einkommen. Sie beträgt – je nach dem Umfang seiner Bemühungen – zwischen fünf und zehn Prozent der Einnahmen. Dabei sind aber bestimmte Einnahmen nicht heranzuziehen: etwa – als wichtigste – das Pflegegeld, aber auch Beihilfen (Grundgedanke ist, dass es sich um Einnahmen handelt, die für bestimmte Zwecke bestimmt sind). Zählen Sie zu den Glücklichen, die über einiges an Vermögen verfügen, darf der Erwachsenenvertreter zwei Prozent von jenem Teil des Vermögens beanspruchen, der den Betrag von € 15.000.- übersteigt. Dazu kommt noch die Umsatzsteuer von 20 %. In besonderen Fällen kann das Gericht die Beträge, die sich aus diesen Prozentsätzen ergeben, reduzieren oder erhöhen. Das sind aber Ausnahmefälle (bei besonders hohem Vermögen, sehr kurzer, aber intensiver Tätigkeit).

Die Entschädigung bestimmt das Gericht. Durch den Zuspruch darf der notwendige Unterhalt nicht beeinträchtigt werden.

Was oft nicht bekannt ist: In einer nicht unbeträchtlichen Anzahl an Fällen arbeitet der Erwachsenenvertreter unentgeltlich; nämlich dort, wo nicht genügend Geld vorhanden ist, um eine Entschädigung zuzuerkennen. Er bekommt dann nicht einmal seine sogenannten Barauslagen ersetzt, also jene Beträge, die er ausgegeben hat, um seine Tätigkeit für Sie überhaupt erbringen zu können. Ob das sachgerecht ist, steht auf einem anderen Blatt, es ist aber nun einmal so.

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